Aktion Tagwerk: THG-Schüler „arbeiten“ für Kinder in Ostafrika

Ein Bericht aus der Waltroper Zeitung von Thomas Bartel

Am 6. Mai krempeln rund 800 Schülerinnen und Schüler des Waltroper Theodor-Heuss-Gymnasium wieder die Ärmel auf. Von der Jahrgangsstufe 5 bis zur EF schwärmen sie aus, um die „Aktion Tagwerk“ zu unterstützen. Das Ziel: Für einen Tag, einen Job oder ein Tagespraktikum bei einem örtlichen Unternehmen zu finden oder Hilfsdienste im Familien- oder Freundeskreis zu absolvieren. Mit dem „Arbeitslohn“ werden dann Projekte des gemeinnützigen Vereins Human Help Network e. V. unterstützt, die in den ostafrikanischen Ländern Ruanda und Uganda tätig sind.

Die Aktion, die von den Fachschaften Erdkunde, Religion und Philosophie organisiert wird, startet jetzt schon zum vierten Mal in Waltrop. „Wir haben in den Vorjahren zwischen 11.000 und 14.000 Euro für den wohltätigen Zweck überweisen können“, berichtet Claudia Mieck, die federführende Lehrkraft, im Gespräch mit unserer Redaktion.

Zuvor hatten die Schülerinnen und Schüler immer den unterrichtsfreien Tag der mündlichen Abiturprüfung für ihren Einsatz genutzt.

Da in diesem Jahr durch die G9-Umstellung – wie an den meisten NRW-Gymnasien – kein Abitur am THG durchgeführt wird, wird nun der pädagogische Tag am 6. Mai genutzt. Und wie sieht die „Aktion Tagwerk“ ganz konkret in Waltrop aus? „Ganz einfach“ sagt Claudia Mieck, „es sind zahlreiche Aktionen in der ganzen Stadt geplant.“

Im Gasthaus Stromberg etwa wird von 10 bis 16 Uhr ein reichhaltiges Kuchenbüffet und ab 11.30 Uhr sogar ein Mittagssüppchen angeboten, das die jugendlichen Pennäler den Gästen am Tisch servieren. An den Supermärkten bei Edeka oder Rewe werden frische Waffeln gebacken, und auch in den Eisdielen in der Fußgängerzone nehmen Kellnerinnen und Kellner vom THG die Bestellungen auf.

Es gibt aber auch Arbeitseinsätze auf dem Milchhof Billmann, beim Bäcker Meyborg, im Reisebüro Fernwehlounge oder in Handwerksbetrieben. Sogar eine Arbeitsvereinbarung wurde vorbereitet, damit die Schülerinnen und Schüler auch versichert sind.

Zeichen setzen gegen die Armut

„Wir hoffen, dass viele Waltroperinnen und Waltroper unser Angebot annehmen und die Kasse auffüllen“, betont Lehrerin Claudia Mieck. Nicht umsonst habe man einen Mittwoch, also einen Markttag, gewählt.

Mit ihrem Einsatz können die Jugendlichen aus dem reichen Deutschland zeigen, dass ihnen die Kinder und Familien in ärmeren Entwicklungsländern nicht egal sind – und ein wirkungsvolles Zeichen der Hilfe setzen. Denn mit wenig Geld ist viel möglich: Ein Starter-Kit für eine Landwirtschaft in Ostafrika sei schon für 50 Euro, eine Ziege für 30 Euro und eine Krankenversicherung für eine dreiköpfige Familie für 10 Euro zu haben, heißt es vom Verein Human Help Network.

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